Rallye "Gestrikekannan in Järbo /
Schweden"
Die
Rallyesaison 2007 steht in ihren Startlöchern. Und was wäre das für ein Start
ohne eine Winterrallye?
Dies
dachten wir uns auch und buchten in Schweden eine Veranstaltung auf Schnee und
Eis. Der Volvo Original Cup Schweden macht Halt bei zwei Winterveranstaltungen.
Vännes, irgendwo in Nordschweden, war der Auftakt. Etwa 2.000 km Anreise waren
uns aber doch etwas zu weit, sodass wir uns für die zweite Veranstaltung in
Mittelschweden entschieden – immerhin nur 1.200 km Anreise. Eine Woche vor der
Abreise kam dann der Schock: die Rallye wird mangels Schnee und Teilnehmern
abgesagt.
Der
Volvo Original Cup Schweden zieht kurzerhand um. Eine Rallye 200 km nördlich
von Schweden sollte es sein: Gestrikekannan in Järbo. Diese findet am selben
Wochenende wie die ursprünglich vorgesehene Rallye statt. Da unser Urlaub schon
eingereicht war, fuhren wir dann eben kurzentschlossen dorthin.
Bei
der Veranstaltung endlich angekommen, wurden wir sehr freundlich aufgenommen.
Der Veranstalter hatte nur für uns den NEAFP-Status für die Rallye beantragt
und war sichtlich stolz erstmals ausländische Teilnehmer bei seiner Rallye zu
begrüßen. Am Samstag Mittag wurde die Rallye dann gestartet. Es galt 5 WP´s mit
insgesamt etwa 100 km zu absolvieren.
Die
erste Prüfung, mit 3,5 km sehr kurz, kam uns aber sehr entgegen. So konnten wir
unser Gefühl für Schnee und Eis langsam wieder entdecken.

Mit dem Ergebnis
waren wir zufrieden. Zwar war der Abstand zu den Spitzenleuten respektabel (ca.
10 Sekunden), aber noch nicht aussichtslos. Auch der Charakter der Prüfungen
entsprach eher „deutschen“ Verhältnissen – offen und einige Meter
Entfernung zwischen den Kurven. Mit dem schwedischen Veranstalter-Aufschrieb
klappte es auf Anhieb. Die traumhafte Winterlandschaft ließ unsere Herzen höher
schlagen und machte uns Mut für die folgenden Prüfungen.
Auf
der zweiten Prüfung konnte man dann auch einen Unterschied zwischen den nord-
und südschwedischen Fahrern sehen. Auf den 13,5 km bekamen wir vom schnellsten
Nordschweden glatte 37 Sekunden eingeschenkt. Gott sei Dank war der Abstand zu
den Südschweden mit rund 20 Sekunden nicht allzu groß, sodass wir unsere
Motivation aufrecht erhalten konnten. Die Rallye ist noch lang und bekanntlich
muss man lange Schnee schaufeln, wenn man einmal von der Ideallinie abkommt.
In
der dritten Wertungsprüfung fühlten wir uns sehr gut. Unser Speed war größer
und man hatte das Vertrauen für die Schneeprüfungen wiedergewonnen. Nach rund
12 km holte uns dann aber das Pech der vergangenen Saison ein. Die Zündkerze
des zweiten Zylinders quittierte ihren Dienst. Um keinen Motorschaden zu
riskieren mussten wir auf der Prüfung stoppen – gar nicht so einfach einen
geeigneten Halteplatz zu finden bei 2 m breiten Wegen und 50
cm Schnee am Straßenrand! Wir erkannten das Problem allerdings schnell und
konnten mit Hilfe der Bordmittel eine neue Zündkerze einbauen und die Fahrt
nach etwa 6,5 Minuten fortsetzen. Nun brauchten wir uns über die verlorenen
Sekunden auf den vorhergehenden Prüfungen keine Sorgen mehr zu machen. In den
beiden verbleibenden Prüfungen riskierten wir dann nicht mehr alles und konnten
einige Tipps und Tricks der Schweden ausprobieren. Äußerst peinlich ist dabei
aber, dass wir auf der letzten Prüfung von 30 km vom besten Schweden fast zwei
Minuten kassiert haben. Der Kommentar der Südschweden zu dieser fantastischen
Zeit war dementsprechend nur: „He is
totally crazy!“
Nun
waren wir wieder in der Realität angekommen. In Schweden ist es nicht so
einfach mitzuhalten und schon gar nicht bei Schnee und Eis. Trotz unseres Pechs
mit der Zündkerze und dem großen Zeitverlust auf die Schweden hat es viel Spaß
gemacht. In Erinnerung bleibt eine gut organisierte Veranstaltung mit wunderschönen
Prüfungen. Auch wenn man die 3.000 km Fahrt noch im Hinterteil spürt, wir
kommen nächsten Winter bestimmt wieder!
